Titelbild Herzkatheterlabor

 

Leiter:
O. Univ.- Prof. Dr. Otmar Pachinger

Ein Termin zu einer der nachfolgenden invasiven Untersuchungen kann im Herzkathetersekretariat bei Frau Birgit Pfandler (+43(0)50504/22790) oder Frau Susanne Bauer (+43(0)50504/24118) vereinbart werden. Das Herzkathetersekretariat ist auch unter der Faxnummer +43(0)50504/22767 zu erreichen.

Im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) erfolgt die Punktion einer Arterie (meist die Leistenarterie) in örtlicher Betäubung. Danach wird eine dünne Sonde (Herzkatheter) zum Herzen geführt. 

Im Anschluß kann über diesen Herzkatheter ein Röntgenkontrastmittel in die Herzkranzgefäße injiziert werden. Mittels Röntgendurchleuchtung können die Herzkranzgefäße sichtbar gemacht werden und eventuelle Verengungen (Stenosen) erkannt und auch behandelt werden.
Wenn es notwendig ist, kann auch die Pumpfunktion des Herzens bestimmt bzw. auch die Funktion der Herzklappen beurteilt werden. In speziellen Fällen (z.B. bei Herzklappenerkrankungen) werden auch Druckmessungen durchgeführt und die Herzleistung (Herzminutenvolumen) bestimmt.
Diese Abbildung zeigt gesunde Herzkranzgefäße (linkes Bild: linke (vordere und hintere) Kranzarterie; rechtes Bild: rechte Kranzarterie; Pfeil zeigt auf die Spitze des Katheters über den das Kontrastmittel injiziert wird)

Pro Jahr werden in unserer Klinik ca. 4.000 Untersuchungen und ca. 1500 interventionelle Eingriffe durchgeführt.

 Die Akutversorgung bei Herzinfarkt

  Im Notfall steht an unserer Abteilung eine 24-Stunden Bereitschaft (rund um die Uhr) zur Durchführung von Akut-Herzkatheteruntersuchungen zur Verfügung. Bereits vom Notarzt können Patienten durch eine Direktverbindung mit dem Team der Kardiologie angekündigt werden. Dieses Service hilft, das weitere Vorgehen besser planen zu können und das Zeitintervall zwischen Infarktereignis und Behandlung möglichst kurz zu halten. Ein möglichst kurzes Zeitintervall ist entscheidend für das Ergebnis der Behandlung.

Die größte Anzahl der Herzkatheteruntersuchungen bzw. -eingriffe können jedoch geplant (elektiv) durchgeführt werden!

Mögliche Behandlungen im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung

Ballonangioplastie (PTCA)

 

Darunter versteht man die Aufweitung (Dilatation) einer Herzkranzgefässverengung mittels Ballonkatheter. Bei Gefäßverschlüssen erfolgt eine Wiedereröffnung des Gefässes (Rekanalisation) mit Spezialdrähten.

Linkes Bild: hochgradige Verengung der linken vorderen Kranzarterie (Kreis)
Rechtes Bild: Einbringen eines Führungsdrahtes in die Kranzarterie (Spitze des Drahtes mit Pfeil markiert)

  
Metall- (Bare-) Stent-Implantation

  Nach Aufweitung einer Gefäßstenose (Ballonangioplastie) wird in ca. 80 % der Fälle zur Stabilisierung (Stützung) der Gefäßwand ein dünnes Metallgitter (Stent; siehe Abbildung links) implantiert. Die konventionellen Stents bestehen aus rostfreiem Edelstahl (L 316).


Drug-Eluting-Stent-Implantation (Medikament-beschichtete Stents)

 

Die Metallstents üben einen „Fremdkörperreiz“ auf die Gefäßwand aus. Dies führt in 20-30% der Fälle zu einer Wiederverengung (Restenose) des Gefäßes durch überschießende Wundheilung. Die neuartigen Stents sind mit einem zellwachstumhemmenden Medikament beschichtet. Die Restenoserate kann im Regelfall auf unter 10% reduziert werden, wobei besonders Diabetiker profitieren.

Linkes Bild: Stent am aufgeblasenen Ballon (weißer Kreis). Die schwarzen Punkte markieren die Begrenzung des Stents
Rechtes Bild: Ergebnis nach Implantation des Stents im Bereich der vormaligen Verengung



IVUS (Intravaskulärer Ultraschall)
  Da die Kontrastmittelinjektion in die Herzkranzgefäße lediglich die Innenbeschaffenheit der Gefäße darstellt, jedoch keine Aussage über die Wandbeschaffenheit zulässt, muß in Einzelfällen mittels eines speziellen Katheters die Gefäßwand beurteilt werden. Diese Methode wird oft nach Herztransplantationen verwendet. Diese Abbildung zeigt das Bild eines intravaskulären Ultraschalls (links). Neuere Techniken erlauben zusätzlich eine Gewebstypisierung (virtuelle Histologie; rechtes und unteres Bild). 


Pressure Wire (Druckdraht-Messung)
 

Mittels eines speziellen Drahtes (linkes Bild), welcher über einen Katheter in das Herzkranzgefäß vorgeschoben wird, kann objektiv das Ausmaß der Verengung (funktionelle Bedeutung) bestimmt werden. Dies muß in Einzelfällen bei gewissen Unklarheit bezüglich der Relevanz der Engstellen vor Aufweitung durchgeführt werden.  

Rechtes Bild: Druckdraht Messung in einer Herzkranzarterie ohne relevante Verengung. grün=Druck hinter der Verengung: gelb=Druck vor der Verengung.



Herzmuskelbiobsie
 

Da eine akute oder chronische Herzmuskelentzündung bzw. eine entzündliche Herzmuskelerkrankung nur am Herzmuskelgewebe selbst zu diagnostizieren ist, ist es bei Verdacht auf das Vorliegen einer derartigen Herzerkrankung notwendig, dem Patienten im Zuge einer Herzkatheteruntersuchung 6-8 stecknadelkopfgroße Gewebeproben aus dem linken Herzen zu entnehmen, die dann mit Spezialmethoden weiter auf das Vorliegen von Entzündung und Viren untersucht werden. Die Entnahme der Herzmuskelproben ist schmerzlos und in geübten Händen nur mit einem minimal höheren Risiko verbunden als bei einer Herzkatheteruntersuchung ohne Herzmuskelprobenentnahme. Alternativ kann die Herzmuskelprobe auch aus der rechten Herzkammer entnommen werden.



Perkutane transluminale Septum Myokardablation (PTSMA)
  Bei hypertroph-obstrukiver Kardiomyopathie besteht bei fehlendem Ansprechen auf die übliche medikamentöse Therapie die Möglichkeit einer speziellen Katheterbehandlung. Dazu wird mittels Alkoholinjektion ein kontrollierter "künstlicher" Herzinfarkt verursacht, wobei es zu einer Rückbildung des veränderten (verdickten) Herzmuskels und somit auch zu einer Besserung der Beschwerden kommt.


Verschluß eines persistierenden Foramen ovale bzw. Vorhofseptumdefekts 
  Mit Hilfe eines speziellen Verschlußsystems, welches über die Leistenvene ins Herz eingeführt werden kann, ist es möglich diese angeborenen Defekte im Bereich der Vorhofscheidewand zu verschließen. Nach dem Eingriff sind noch Kontrollen mittels einer transösophagealen Echokardiographie sowie eine vorübergehende Blutverdünnung mit T-ASS und Plavix notwendig.